Arbeitskreis Nitratabbau im Grundwasser - Prozesse, Auswirkungen und Lebensdauer (seit 2022)

Der Nitratabbau in der gesättigten Grundwasserzone ist ein natürlicher Prozess, der große Bedeutung für die Konzentrationen des Stoffes im Grundwasser und im Rohwasser von Trinkwasserversorgungsanlagen besitzt. Aktuell kommt einer möglichst konkreten Quantifizierung der (verbleibenden) Lebensdauer des Nitratabbaus in der (Fach)Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der langfristigen Sicherung der Wasserversorgung vor dem Hintergrund landwirtschaftlich bedingter Nitrateinträge in Deutschland eine große Bedeutung zu, ohne dass hierzu jedoch der wissenschaftliche Kenntnisstand gesichert dokumentiert und aufbereitet ist. Das ist das primäre Ziel des AK.

Für die in Deutschland prioritär in der Grundwasserbewirtschaftung bedeutende Trinkwasserversorgung sind niedrige Nitratwerte von elementarer Bedeutung. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft dürfen daher langfristig das in der ungesättigten und gesättigten Zone vorhandene, mikrobielle Abbaupotential keinesfalls aufzehren, das wiederum aber möglichst bekannt sein sollte.

Die ortskonkret vorhandene Bestimmung dieses mikrobiell induzierten und durch organische (C) sowie anorganische (S) Katalysatoren gesteuerten Nitratabbaus im oberflächennahen Grundwasser ist jedoch aufwändig. Hierfür müssen Bohrungen mit Sedimentuntersuchungen zum Aufbau des Grundwasserleiters mit anschließenden Stand- und Säulenversuchen im Labor zur Bestimmung der noch verbleibenden Lebensdauer des Abbaus aufgrund des möglichen Verbrauches der Katalysatoren durchgeführt werden. Nur solche Daten liefern belastbare Ergebnisse zur Abschätzung des reaktiven Materials und der hydraulischen Zugänglichkeit. Das ist mit hohen Kosten verbunden, da neue Aufschlüsse geschaffen und vorhandene Messstellen nicht genutzt werden können. In den vergangenen 10 Jahren gab es dazu jedoch weitergehende Arbeiten, deren Erkenntnisse gebündelt dargestellt werden sollen.

Der AK schließt an die Erkenntnisse der von der DWA 2015 herausgegebenen Schrift zum „Stickstoffumsatz im Grundwasser“ an, bei deren Entwicklung die beiden Sprecher beteiligt waren. Nicht thematisiert werden soll im AK die Bedeutung des Nitratabbaus in der ungesättigten Boden- und Versickerungszone über der Grundwasseroberfläche, da hier aufgrund wesentlich divergierender Redoxpotentiale andere Steuerungsprozesse und stoffliche Katalysatoren maßgeblich sind.

Die Dauer des AK ist zunächst auf drei Jahre konzipiert. Ziel ist die unter den Mitgliedern des AK konsensuale Entwicklung und Herausgabe einer allgemeinverständlichen Schrift zur Bedeutung und den Prozessen des Nitratabbaus, die auch für verantwortungstragende Personen in Politik und Verwaltung eine Richtschnur bei der Entwicklung gesetzlicher und normativer Vorgaben sein kann.

Mitglieder

  • Stephan Hannappel, HYDOR Consult GmbH, Berlin
  • Nils Cremer, Erftverband, Bergheim
  • Tobias Licha, RU, Bochum
  • Katharina Greven, NEW, Mönchengladbach
  • Sophie Borrmann, HYDOR Consult GmbH, Berlin
  • Tamara Kolbe, Bergakademie, Freiberg
  • Florian Jenn, GCI GmbH, Königs Wusterhausen
  • Lena Kämpfner, RWTH, Aachen
  • Anko Fischer, Isodetect GmbH, Leipzig
  • Georg Houben, BGR, Hannover
  • Christine Kübeck, IWW, Mühlheim
  • Felix Ortmeyer, GEUS DK, Dänemark
  • Andre Banning, Cork University, Irland
  • Carsten Hansen, Consulaqua HH, Hamburg
  • Andreas Musolff, UFZ, Leipzig

Kontakt

Sprecher: Stephan Hannappel & Nils Cremer

Wenn Sie in unserem Arbeitskreis aktiv mitarbeiten wollen, wenden Sie sich bitte an:

Dr. Stephan Hannappel
HYDOR Consult GmbH
Am Borsigturm 31
13507 Berlin
Tel.: 030 / 4372 6730
E-Mail: hannappel@hydor.de