03.02.2024

Themenheft: Geothermie und Grundwasser

Für Anfang 2025 ist das Themenheft „Geothermie und Grundwasser“ der Zeitschrift Grundwasser geplant. Zur Erreichung von Klimazielen ist die Transformation des Energiesektors, insbesondere der Wärmebereitstellung von entscheidender Bedeutung. Die oberflächennahe und tiefe Geothermie können hier einen deutlichen Beitrag leisten. Die thermische Nutzung des Grundwassers zur Kälte- und Wärmeversorgung in flachen Grundwasserleitern und tiefen Reservoiren bietet ein hohes Potenzial zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors über Fern- und Nahwärmenetze oder im Einzelgebäude. Erdwärmesonden und -kollektoren erweitern die Nutzungspotenziale nochmal deutlich, bringen die Geothermie in die Fläche und profitieren in ihrer Effizienz in der Regel vom Einfluss der Grundwasserströmung. Die Möglichkeit der thermischen Speicherung im Untergrund über Aquiferspeichersysteme bietet ein zusätzliches Potenzial für die Wärmewende, um Spitzenlasten regenerativ abzudecken und die Wärmeversorgung zu flexibilisieren.

Der hohe Bedarf an der Nutzung dieser Potenziale erweitert das hydrogeologische Aufgabengebiet und stellt die Beurteilung von Grundwassersystemen vor neue Herausforderungen. So erfordert die Integration der geothermischen Systeme in die kommunale Wärmeplanung präzise quantitative Beurteilung der vorhandenen hydrothermalen Potenziale im Untergrund, wofür geeignete fachliche Instrumente entwickelt und angewendet werden müssen. Die Beurteilung der nachhaltigen Nutzung geothermischer Systeme im Sinne wasserwirtschaftlicher Fragestellungen verlangt detaillierte hydrogeologische Bewertungen hinsichtlich ökologischer, hydrochemischer und hydraulischer Veränderungen auf der zeitlichen und räumlichen Skala. So stellen Genehmigungsverfahren für Geothermieprojekte Behörden vor komplexe Herausforderung. Wirtschaftliche Anforderungen und ökologische Aspekte müssen abgewogen werden. Die Koordination zwischen verschiedenen staatlichen Stellen, Umweltschutzorganisationen und Unternehmen ist entscheidend, um einen ausgewogenen Genehmigungsprozess zu gewährleisten und potenzielle Risiken zu minimieren. Insgesamt erfordert die geothermische Nutzung von Grundwassersystemen eine enge Zusammenarbeit zwischen Experten, Behörden und der Gemeinschaft, um die Vorteile dieser nachhaltigen Energiequelle bestmöglich zu nutzen. Diese Herausforderungen unterstreichen die Dringlichkeit des Wissensaustauschs im Bereich der Forschung und den praxisbezogenen Aspekten zu geothermischen Technologien.

Dieses Themenheft soll das breite Spektrum der geothermischen Nutzung im Kontext zu hydrogeologischen Fragestellungen im nationalen und internationalen Rahmen darstellen und aktuelle und zukünftige Potenziale und Herausforderungen in der Planung, Beurteilung und Umsetzung aufzeigen. Anhand von aktuellen Forschungsergebnissen, konkreten Umsetzungsbeispielen und methodischen Ansätzen sollen die geothermischen Anwendungen im Sinne der zukünftigen hydrogeologischen Aufgabenbereiche kritisch diskutiert und innovative Lösungsansätzen beleuchtet werden. Sehr willkommen sind daher Beiträge aus der Praxis von Behörden und Ingenieurbüros sowie aus der Forschung.

Wichtige Termine und Informationen:

  • Interessensbekundungen mit vorläufigem Titel und Kurzfassung bis Ende April 2024
  • Einreichung der Manuskripte bis Ende Juni 2024
  • Begutachtung und Überarbeitung der Manuskripte bis Mitte November 2024
  • Veröffentlichung des Themenheftes im März 2025 (Band 30, Heft 1)
  • Richtlinien für Autoren: http://www.fh-dggv.de/hinweise-fuer-autoren

 

 

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